Zukunft Erde – 2013

Eine bis an den Rand volle Hügellandhalle präsentierte sich am 25. November 2013 im Rahmen der Podiums- und Mitmachdiskussion Zukunft Erde 2013 „Wie will ich morgen ernten, essen und Verantwortung leben“ des Vereins Schritt für Schritt für Regionalität und Nachhaltigkeit.

Die wissenschaftliche Einstimmung in das Thema kam von Stefan Hörtenhuber, Universität für Bodenkultur in Wien: „Unser aller Ziel muss es sein mit einer Erde auszukommen!“ Es gebe auf der Erde rund 1 Mrd. Übergewichtige und ebenso viele Unterernährte. Bei entsprechender Mäßigung der Konsumation und Ausnutzung der Vorteile von ökologisch orientierter sowie ressourcenschonender Landwirtschaft können rund 8 Mrd. Menschen ernährt werden, legte Hörtenhuber dar. Weiters werden entlang der Produktionskette von Lebensmitteln und direkt beim Konsumenten rund 30 % der Waren einfach weggeschmissen, verdeutlichte Hörtenhuber, auch hier bestehe viel Potenzial, um den Ressourceneinsatz zu optimieren und Wertschöpfung zu schaffen.

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Johannes Gutmann

 

Als „vom Spinner zum Winner“ präsentierte sich ein hochmotivierter Johannes Gutmann, Gründer und Geschäftsführer der Firma Sonnentor, mit dem Thema „Gut geht anders – ein einfaches Lebenskonzept für die Zukunft“. „Jede Krise ist auch eine Chance“, so der charismatische Tausendsassa und „Man müsse grundsätzlich auch erkennen, was nicht geht“. Das ginge am besten auf gleicher Augenhöhe, in wertschätzender Form und im Gleichgewicht zueinander, erläuterte Gutmann, denn so könne Sinn und Freude und vor allem auch Visionen entstehen. Seine Vision lebt Johannes Gutmann vorbildlich, konsequent und aktiv in seinen Produktlinien und Geschäftskonzepten, wobei in allen Bereichen bewusst versucht wird Emotionen anzuregen und Geschichten zu erzählen.

Innovationen mit Strahlkraft
Als innovative Blitzlichter präsentierten sich drei regionale Visionäre mit ganz unterschiedlichen Konzepten. Beteiligung des Kunden an regionaler Wertschöpfung realisieren Norbert Hackl, Genussscheine & Weideschlachthaus, aber auch Ulli Klein, Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft. Gottfried Lagler, Bio-Lebensmittel und Sprossen in der Gastronomie, macht sich der Vitalstoffe aus der Natur zunutze und schafft mit seinem gastronomischen Konzept unter dem Motto „Heute schon Sprossen genossen?“ seinen Gästen einen bewussten Zugang zu Inhaltsstoffen von Lebensmitteln.

Die weit mehr als 300 Besucherinnen und Besucher hatten in der Pause die Möglichkeit Fragen für die Publikumsdiskussion zu sammeln. Es diskutierten Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, Erich Ziak, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Susanne Bauer, Leiterin der Abteilung Marktforschung in der AK Steiermark, Stefan Hörtenhuber sowie Johannes Gutmann, rund um das Thema „Wie kann eine gesunde Ernährung in Zukunft aussehen?“

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(v.l.n.r.) Gerhard Wlodkoski, Susanne Bauer, Stefan Hörtenhuber, Erich Ziak, Johannes Gutmann, Oliver Zeisberger

 

Zwischen Preis und Wert
Die preisliche Spannweite zwischen biologischen und billigen Lebensmitteln liege, so die neuesten Studien, bei 154 %, erklärte Susanne Bauer. Die Bereitschaft für Lebensmittel mehr zu zahlen sei durchaus gegeben, ergänzte Gerhard Wlodkowski, allerdings plädiert er für eine Verbesserung der Lebensmittelkennzeichnung als Richtschnur für den Konsumenten. Stefan Hörtenhuber sieht ein enormes Potenzial im bewussten Umgang mit Lebensmitteln und der Vermeidung von Abfällen, denn genau das könne zu „Qualität statt Quantität führen“. Erich Ziak appelliert an die Vernunft der Menschen, wenn es um die Auswahl von gesunden Lebensmitteln geht: „Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen von uns“. Um sich hier nicht in unnötige Verwirrungen zu begeben rät Johannes Gutmann: „Gehen Sie auf den Bauernmarkt und lernen Sie die Menschen hinter den Produkten kennen“. Dieser Schritt könne zu mehr Vertrauen in den Wert der Produkte führen und die eigene Vorbildfunktion stärken, erläuterte Gutmann.

Setzen wir den ersten Schritt
Erwin Stubenschrott, Geschäftsführer KWB Die Biomasseheizung, freute sich über die sachliche und faire Diskussion: „Es sind viele Tropfen notwendig, damit ein Bacherl zum Fluss wird!“ Der Zugang zu Preis und Wert hänge von jedem Einzelnen von uns ab, allerdings gebe es „in unserem tollen Land, tolle Menschen, die liebend gerne anders handeln, gibt man ihnen die Möglichkeit dazu“, so Stubenschrott weiters.

Erwin Stubenschrott

Erwin Stubenschrott

Ganz nach diesem Motto „Den ersten Schritt tun“ hatten die Teilnehmenden zum Abschluss die Möglichkeit ihren Umsetzungsplan zu verschriftlichen – zur Selbstkontrolle versteht sich.

 

Impressionen | Video

 

Weiterführende Links
http://www.meinbezirk.at/gleisdorf/chronik/in-st-margarethen-ging-es-um-die-zukunft-der-erde-das-thema-wie-will-ich-morgen-ernten-essen-und-verantwortung-leben-m5477246,769899.html
http://www.meinbezirk.at/gleisdorf/chronik/gute-vorbilder-fuer-die-zukunft-der-erde-d769899.html

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